Stefan von Holtzbrinck überdenkt Online Strategie
geschrieben von Sven Jan Arndt, am 22.04.09 20:06
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amazon, holtzbrinck gruppe, internethandel - margen, kress, stefan von holtzbrinck, weltbild
und herausgekommen ist dies:
Laut dem Magazin hat Firmenchef Stefan von Holtzbrinck, 45, zwischenzeitlich seine auf das Internet fokussierte Strategie (z.B. StudiVZ) überprüft und sei zum Schluss gekommen, dass er im werbefinanzierten Onlinegeschäft künftig deutlich zurückhaltender operieren und stattdessen bei sich bietender Gelegenheit den Erwerb weiterer Regionalzeitungen anstreben wolle. Auch wolle die Holtzbrinck-Gruppe das E-Commerce nach Möglichkeit stärken: Wie bereits von kress berichtet, (kressreport vom 3. April 2009) will man die 50%-Beteiligung an dem Onlinehändler Bol.com um die 50%-Beteiligung des Weltbild Verlags aufstocken.
Analysieren wir dies mal kurz:
- man scheint endlich zu begreifen, dass riesige Reichweite (die u.a. aufgrund suboptimaler Programmierung und völlig unsinniger Userschritte erreicht wurde) gepaart mit Nicht-zahlungskräftiger Zielkundschaft nicht funktioniert - schau an, schau an. Dafür hat man extra zwei Vermarkter gründen müssen, um dies festzustellen. Auch so tolle Bemühungen wie Content Targeting scheinen ja nicht zu helfen. Wie auch? Zielgruppe Studenten und Schüler bleiben wenig zahlungskräftig, auch wenn ich weiss, dass er oder sie gerne einen BMW fahren würde, so ist dies pekunär nur schwer für die meisten erreichbar.
- man weicht jetzt aus in den E-Commerce Bereich. Hat man mal Holtzbrinck aufgeklärt, dass die Margen im Handel eher bescheiden sind? Dass Geschäftsmodelle wie T-Shirts drucken und übers Internet zu verkaufen, nicht allein dadurch profitabler werden, weil man sie im Internet anbietet. Oder dass es eine unbedeutende Site wie Amazon bereits gibt. Oder dass es auch sein kann, dass die Neukundenakquise im Internet unter Umständen aufgrund der wesentlich höheren Preistransparenz und größeren Konkurrenz teurer sein kann, als im soliden Offline-Geschäft? Alles Faktoren, die noch wenig Berücksichtigung finden, aber doch mal untersucht werden sollten.
Mein Fazit:
Entweder man beteiligt sich an Geschäftsmodellen, die es ermöglichen den Usern eine Gebühr abzuverlangen - weil der Vorteil entsprechend von selbigen gewürdigt wird oder aber man hat Bruttomargen jenseits der 30%, die dann einen Internethandel sinnvoll werden lassen.