geschrieben von Sven Jan Arndt, am 19.11.08 19:29
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epamedia, gewista, out-of-home, plakate messbar österreich
Was deutsche Out-of-Home Anbieter wohlweisslich nicht wollen oder vielleicht auch nicht können, macht uns Österreich nun vor:
Wien. Einen Namen hat das neue Marktforschungstool der beiden Außenwerbeunternehmen Gewista und Epamedia noch nicht. „Aber da wird uns bestimmt noch etwas entfallen“, sagt ein gut gelaunter Gewista-Chef Karl Javurek bei der Präsentation eines „Meilensteins in der Geschichte der österreichischen Außenwerbung“ am Freitag vergangener Woche. Das gemeinsame Projekt der beiden Out-of-home-Riesen ist die Erhebung der Reichweiten von Werbeträgern wie Plakat, City Light und Rolling Bord. Damit sollen erstmals valide Daten erzielt werden und eine ähnlich genaue Messung wie für TV und online möglich gemacht werden.
Steigert Stellenwert
„Mit der neuen Methode erreichen wir eine Aufwertung der Außenwerbung und erhalten Forschungsdaten, die weit über die Genauigkeit einer Mediaanalyse hinausgehen. Damit wird der Stellenwert der Außenwerbung in Österreich deutlich gesteigert“, zeigt sich Epamedia-Geschäftsführer Heinrich Schuster erfreut. Und Javurek prophezeit einen Wachsstumsschub für Public Space Advertising: „Der Stellenwert von Werbung im öffentlichen Raum wird weiter wachsen, da muss die Marktforschung Schritt halten. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat die Out-of-home-Werbung aufgrund ihrer Kosten-Nutzen-Relation gute Wachstumschancen.“ Das Instrument soll künftig die neue, harte Währung in der Reichweitenforschung bilden.
Bisher wurden Untersuchungen von Plakat, City Light & Co allein durch Befragung durchgeführt. Im Zuge der neuen Markforschung werden rund 100.000 Werbeträger geografisch erfasst und einige Tausend Testpersonen mit GPS ausgestattet, das sie am Schlüsselbund oder in der Folge auch am Blackberry bei sich tragen. Damit könne man der Mediaplanung nicht nur „echte Netto-Reichweiten“ einer Kampagne liefern, wer, wann, wie oft welche Out-of-home-Werbung passiert, sondern auch sozioökonomische und demografische Parameter. Etwa ob die Probanden zu Fuß, mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Im Zuge der Untersuchung wird neben der Mobilität der Probanden auch das Verkehrsaufkommen mittels Freuquenzmessung erhoben.
Gemessene Daten
Durchgeführt wird die Untersuchung von der gemeinsamen Tochtergesellschaft Research & Controlling (R&C), die zu diesem Zweck umstrukturiert wurde. Geschäftsführer von R&C sind die beiden COOs von Gewista und Epamedia, Hansjörg Hosp und Markus Schuster. Erste Ergebnisse soll es voraussichtlich 2010 (Schus-ter optimistisch) oder spätestens 2011 (Javurek) geben. Eines der Ziele der neuen Marktforschung sei vor allem auch die internationale Vergleichbarkeit, da Etats zunehmend international vergeben würden und auch Mediaplaner in Hamburg, Zürich oder New York auf vergleichbare Daten angewiesen seien, glaubt Javurek. Eine der Bemühungen sei daher, eine „Harmonisierung der Marktforschung“ zu erreichen.
Für die Zukunft sind laut Markus Schuster laufende Evaluierungen und ein fixes Panel, das soziodemografische Schwankungen abbildet, geplant. Das sei auch international bisher einzigartig. „Wir schaffen die Grundlage, quantitative Daten nicht mehr wie bisher durch Befragung, sondern auf Basis internationaler Standards elektronisch gemessen zu generieren. Damit wird Out-of-home-Werbung in Österreich eine Datenqualität im intra- und intermedialen Vergleich liefern, welche national, aber auch international den höchsten Anforderungen entsprechen wird“, betont Hosp. Die Grundkosten für das Projekt wurden mit 1 Mio. € beziffert.
Was sagt der Datenschutz?
Der Wunsch nach validen Planungsdaten sei laut Hosp in Gesprächen mit den Kunden selbst entstanden. Dass im Zuge der Evaluierung auch Plakatstellen entsprechend umstrukturiert würden, sei nicht der Hauptgrund für die Untersuchung gewesen. Für die Untersuchung werden die Testpersonen mit GPS-Geräten ausgestattet. Ist diese Form der „Überwachung“ im Sinne des Datenschutzgesetzes? medianet fragte Datenschützerin Waltraud Kotschy. Für sie stellt die Verwendung von GPS-Geräten „die große Ausnahme“ dar. Die teilnehmendenden Personen müssten im Vorfeld ausreichend darüber informiert werden, wofür und aus welchem Grund die Daten verwendet werden und ihre ausdrückliche Zustimmung dazu geben. „Im Zuge einer Studie, die nützliche Informationen ausdrücklich für diesen Zweck liefert, halte ich den Einsatz von GPS für okay.“ Bei einem Beschwerdefall könnte es aber anders aussehen, da die restlichen fünf Mitglieder der Datenschutzkommission zustimmen müssten, ergänzt Kotschy. Laut Gewista-COO Hosp werden die Probanden, die im Zuge der Evaluierung wechseln, umfassend informiert. (Gabi Hinterkörner/Dinko Fejzuli)
Rundruf: Einhellig zufrieden zeigt man sich in den heimischen Media-Agenturen mit der Gewista-Epamedia-Kooperation.
(Quelle: medianet.at)